Matcha – nur Schaumschläger oder steckt doch mehr dahinter?

Konichiwa ihr Lieben!

Ich war letzte Woche mal wieder beim Teehändler meines Vertrauens und habe mir dort für euch den Matcha genauer angeguckt. 

Was ist Matcha überhaupt? 

Matcha ist ein japanischer Tee, der aus den Blättern der Camellia Sinensis gemacht wird. Übersetzt bedeutet Mat-cha so viel wie „gemahlener Tee“, wie man an der Pulverform des Tees unschwer erkennen kann. Matcha erfreut sich seit mehreren Jahren wachsender Aufmerksamkeit, ist aber auch Teil der Jahrhunderte alten Teezeremonie im Land der aufgehenden Sonne. Hab ich euch neugierig gemacht? Hier könnt ihr bald alles über die japanische Teezeremonie nachlesen. 

 

Matcha ist ein jadegrünes Pulver, welches viele gesunde Stoffe beinhaltet.

 

Wie schmeckt das grüne Pulver?

Mittlerweile gibt es Matcha in vielen Teehäusern und sogar Kaffeeläden. Dort wird er meist als Matcha-Latte mit aufgeschäumter Milch oder Sojamilch angeboten. Das kaschiert den etwas herberen, nussigen Geschmack des Tees. Es lohnt sich jedoch zumindest einmal den puren Matcha mit warmem Wasser aufgeschäumt zu probieren. Je nachdem, welchen Matcha man probiert, kann er cremig, süßlich-herb oder nussig-intensiv schmecken. Er ist nicht zuletzt bekannt als der Espresso des grünen Tees! Nebenbei: 1-1,5 Teelöffel des Matchapulvers beinhalten in etwa dieselbe Menge Koffein wie ein Espresso. Und das Koffein im Grüntee ist wesentlich verträglicher und gesünder für den Körper.

 

Wie wird Matcha hergestellt?

Das jadegrüne Pulver wird aus den Blättern des Teebaumes Camellia sinensis hergestellt. Wenn ihr euch jetzt fragen solltet, wie denn ein Teebaum aussieht, hier habe ich erklärt, wie Camellia sinensis aufgebaut ist.

 

Eine Teepflückerin auf dem Teefeld bei der Ernte

 

Vor der Ernte werden die Teebäume mit schweren Netzen oder Bambusmatten überspannt oder „beschattet“. Dadurch wird die Anreicherung von Teein, Chlorophyll und Theanin (einer sehr förderlichen Aminosäure) weswegen der Tee so grün und so gesund ist. Je nach Qualitätsstufe werden entweder die feinen Blattspitzen abgebrochen oder die ganzen Blätter des Baumes gemahlen.

Die Ernte der sehr jungen Blätter geschieht ausschließlich per Hand, da nur so über das Alter der Blätter entschieden werden kann. Und man muss beim Pflücken besondere Vorsicht walten lassen, denn wenn die Blätter beschädigt werden, führt dies zu einer schnelleren Oxidation, die wiederum die gesundheitsfördernde Wirkung verringert. 

 

Blätter des Teebaumes im Erntekorb

 

Damit sich keine freien Radikale bilden und die Fermentation fortschreitet werden die geernteten Blätter so schnell es geht am Verarbeitungsort gedämpft. Die Trocknung entzieht dem Tee ungefähr 80% der Flüssigkeit. Das Ergebnis ist ein Rohtee, oder auch „Aracha“ genannt. 

Die schonend getrockneten Blätter werden dann zwischen Granitsteinen gemahlen und so zu dem feinen Pulver verarbeitet, das viele Teetrinker schätzen. 

 

Wie wird Matcha traditionell zubereitet?

Es sind drei einfache Schritte, nach denen ihr Matcha so zubereiten könnt, wie es die japanischen Mönche getan haben. 

  • Zuerst gebt ihr ca 1g des grünen Pulvers in eine kleine Schale, einer sogenannten Chawan. Mit einem Bambuslöffel, dem Chashaku, könnt ihr 1g genau abmessen, denn es sind genau zwei Löffel voll. 

 

Chawan und Chashaku

 

  • Dann lasst ihr 100ml Wasser bis 80°C kochen. Wenn ihr keinen Wasserkocher mit Temperaturanzeige habt, lasst das Wasser ungefähr eine Minute abkühlen. Gießt das Wasser zum Pulver in die Schale.
  • Zum Schluss wird das Pulver mit dem Wasser schaumig geschlagen. Normalerweise macht man das mit einem Matcha-Bambusbesen, dem sogenannten Chasen. Aber es geht genauso gut mit einem Milchaufschäumer. 

 

Geschäumter Matcha in der Chawan

 

Was macht Matcha so gesund?

Ein Gramm Matchapulver enthält:

  • 34 mg Koffein: regt das Herz-Kreislaufsystem an und hebt die Laune
  • 44.7 mg Aminosäuren, darunter 2/5 Theanin: stärkt die Leistungsfähigkeit und fungiert als Stimmungsaufheller
  • 99 mg Tannin: beruhigt den Magen und Darm
  • 300 µg β-Karotin: hat eine zellschützende Wirkung
  • 1,85 mg Vitamin C: hilft dem Körper rote Blutkörperchen zu produzieren, was wiederum zu einer besseren Sauerstoffaufnahme führt

Und das sind nur einige der gesundheitsfördernden Stoffe! Wenn euch das überzeugt hat, dann ab zum Teehändler und fragt ihn, ob ihr den grünen Wundertee mal probieren dürft!

Falls ihr Matcha schon zu Hause habt und euch fragen solltet, was man damit alles machen kann, hab ich ein paar Rezepte zusammen getragen. Man mit kann Matcha und Kräutern zusammen eine Matcha-Kräuterkruste auf Fisch oder Fleisch zaubern. Für die Latte-Macchiato-Trinker unter euch hab ich auch eine Variante des Matcha-Latte ausprobiert, die auch für Veganer geeignet ist. 

Genießt eure Teezeit,

eure Jaqueline

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