Blogparade: So schütze ich die Umwelt im Alltag: Was hat die bessere Ökobilanz, Tee oder Kaffee?

Hallo meine Lieben!

Heute gibt es einen Beitrag zum Thema „Umweltschutz im Alltag“ als Antwort auf die Blogparade von Robert (blog2help).

Viele kennen den Spruch: Vor dem ersten Kaffee morgens braucht man mich nicht ansprechen. 

Gemeint ist hier sicher das Koffein im Kaffee als allmorgendlicher Wachmacher. Aber ist es egal, ob die Dosis Koffein aus dem Kaffee oder nicht doch aus dem Tee kommt?

Welche Auswirkungen hat der Konsum von Kaffee oder Tee auf das Klima? Dieser Frage werde ich hier nachgehen und euch Tipps geben, mit welchen kleinen Veränderungen eures Morgenrituals ihr die Umwelt schützen könnt.

Was ist eine Ökobilanz überhaupt?

Laut dem Umweltbundesamt ist eine Ökobilanz, zu englisch life cycle assessment (LCA), eine Methode, um die Nachhaltigkeit des Herstellungsprozesses zu beurteilen und dahingehend zu verbessern. Zur Erstellung der Ökobilanz werden zum einen alle möglichen Schäden an Boden, Luft oder Wasser und zum anderen alle Rohstoffverbräuche und CO2-Emissionen betrachtet. Für Tee oder Kaffee bedeutet das die Auflistung von Anbau, Ressourcenverbrauch (wie z.B. Wasser), Produktionsschritte und Weiterverarbeitung. Doch welches Getränk ist umweltfreundlicher? Kaffee oder Tee?

Monokulturen und Pestizide

Ursprünglich werden Kaffeepflanzen in den Tropen im Schatten großer Bäume angebaut. Seit den 1970ern aber steigen immer mehr Kaffeebauern auf die lichtliebenden Kaffeepflanzen um, da sich diese in größerem Umfang anbauen lassen. Auf einem Hektar traditionell bewirtschafteter Fläche stehen 1.000 – 2.000 Pflanzen. Im Vergeleich dazu sind es oft 5.000 – 6.000 Pflanzen auf technisierter, unbeschatteter Anbaufläche. Das zeigt einen deutlichen Trend zum monokulturellen Anbau.

Diese landwirtschaftliche Nutzung bringt jedoch auf der einen Seite negative Folgen wie Abholzung oder Rodung wichtiger Ökosysteme und den Verlust wertvoller Artenvielfalt mit sich. Auf der anderen Seite finden sich eine höhere Belastung des Bodens durch Mineraldünger und Pestizide wieder.

Der hohe Nährstoffbedarf der lichtliebenden Pflanzen kann nur durch zusätzliche Düngung gedeckt werden. Um den Bewuchs zwischen den Kaffeesträuchern zu verhindern und die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen, werden Pestizide eingesetzt. Wer sich über die Unterschiede zwischen Schattenanbau und der hochtechnisierten Variante informieren will, findet hier eine gute Gegenüberstellung.

 

Pestizide werden leider sehr oft über den Plantagen versprüht, um die anfälligen Pflanzen vor Schädlingen zu schützen.

 

Tee wird am häufigsten in Asien mit Indien als größtes Anbaugebiet angepflanzt. Auch die Teeplantagen sind hauptsächlich Monokulturen, auf denen Pestizide und Düngemittel eingesetzt werden, um den Ertrag möglichst hoch zu halten. Der NDR hat eine besonders gut ausgearbeitete Reportage zum gesundheitlichen Aspekt des Teeanbaus gemacht. Dort wird gesagt, dass Herbizide, Fungizide und Pestizide regelmäßig auf den Teeplantagen eingesetzt werden.

Kurz nachdem das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auf den beschnittenen Teepflanzen verteilt wurde, genauer gesagt zwei Wochen danach, ist Erntezeit. Diese Gifte finden sich auch im Endprodukt in unseren Tassen wieder. Greenpeace hat in 2014 einen erschütternden Bericht zu den Belastungen im Tee aus Indien und deren Folgen veröffentlicht. Die Menge der Giftstoffe liegen bei allen Nicht-Bio-Tees zwar unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten, jedoch macht eine Kombination der Chemikalien eine Gefahr aus. 

 

Monokulturen auf Teeplantagen bringen viele Nachteile, wie z.B. Nährstoffarmut, mit sich.

 

Ein weiterer zu kritisierender Punkt beim Anbau von Kaffee und Tee ist die Behandlung der Arbeiter auf den Plantagen. Diese sind den Giften den ganzen Tag ungeschützt ausgesetzt und bekommen für dieses Risiko nicht einmal mehr als umgerechnet einen Dollar pro Tag. Und wenn ihr den Tee oder Kaffee nicht aus fairem und biologischen Anbau bezieht, bedeutet das, dass sich die schlechtbezahlten Arbeiter den Gesundheitsrisiken weiterhin aussetzen müssen und ihr die eingesetzten Giftstoffe immer noch zu euch nehmt.

Transportwege und CO2-Emissionen

Kaffee und Tee müssen beide importiert werden. Da beide Kulturen nur im weit entfernten Asien, Afrika oder Südamerika angebaut werden können, bedeutet das lange Transportwege und demnach große Schadstoffausstöße.

Nach der Ernte müssen die Teeblätter und Kaffeeschoten zum weiterverarbeitenden Betrieb gefahren werden. Kaffeebohnen werden vorort nur gewaschen, sortiert und verpackt. Dann werden die Bohnensäcke verladen und nach Europa verschifft, wo sie wiederum geröstet und gemahlen werden. Im Gegensatz zum Kaffee wird die Teeernte direkt auf den Plantagen weiterverarbeitet, da Teeblätter auf dem Transport nach Europa verderben würden. Das spart zumindest ein paar Wege.

 

Die rohen Kaffeebohnen werden in ihrem Ursprungsland in Kaffeesäcke gefüllt, um nach Europa verschifft zu werden. Hier durchlaufen sie noch weitere Produktionsschritte, bis sie in unseren Tassen landen.

 

Die CO2-Bilanz unter Berücksichtigung der Anbaufläche und der benötigten Energie dafür, lässt Tee besser dastehen als Kaffee. In anderen Worten: Tee hat eine niedrigere CO2-Bilanz als Kaffee. Umgerechnet in Zahlen bedeutet das Folgendes: Laut Utopia beträgt die CO2-Bilanz für eine für eine kaffeetrinkende Kleinstadt 0.0045 Hektar (global) pro Kilogramm Kaffee und für eine teetrinkende Kleinstadt 0.0035 Hektar (global) pro Kilogramm Tee, wenn man die Größe der Anbaufläche und den benötigten Energieverbrauch berücksichtigt. Kaffee hat folglich eine schlechtere Bilanz.

Energieverbrauch

Die Weiterverarbeitung von Teeblättern ist ähnlich energieintensiv wie die von Kaffeebohnen. Beide müssen sie die Prozesse Dampfbehandlung, Trocknung und Erhitzung durchlaufen. Die Global Environmental Facility sagt, dass für ein Kilogramm Tee 0,5 kWh und für ein Kilogramm Kaffee 0,3 kWh benötigt werden. Allerdings ist beim Kaffee die Produktion nach dem Gewinnung der Kaffeebohnen noch nicht abgeschlossen. Die Bohnen müssen noch durch die Röstung und Sortierung.

Schlussendlich ist der Energieverbrauch bei der Kaffeeproduktion deutlich höher. Hier nicht miteinberechnet ist der Energieverbrauch zu Hause, da es beim Kaffee oder Tee aufbrühen auf die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher ankommt.

 

Der Energieverbrauch bei der Kaffeeherstellung ist höher als bei der Teeherstellung.

 

Wasserverbrauch und „virtuelles Wasser“

Für die Produktion einer Tasse Kaffee werden ganze 140 Liter virtuelles Wasser benötigt. Für eine Tasse Tee braucht man lediglich 30 virtuelle Liter. Zum Vergleich: Ihr als Bundesbürger verbraucht im Schnitt täglich 125 Liter Leitungswasser. Wenn ihr euch jetzt fragen solltet, was virtuelles Wasser ist, dann habe ich ein erklärendes Zitat für euch:

„Virtuelles Wasser“ beschreibt, welche Menge Wasser in einem Produkt oder einer Dienstleistung enthalten ist oder zur Herstellung verwendet wird. Mit der Berechnung des virtuellen Wasserfußabdrucks, den ein Produkt oder eine Dienstleistung hat, lässt sich die ökologische Situation der Produktionsbedingungen bewerten. Der Anbau von Obst im Wüstenklima erfordert beispielsweise mehr Wasser als in gemäßigten Zonen. Zum anderen können über den Wasserfußabdruck internationale Wasserbeziehungen abgebildet werden. (Quelle: Die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz)

 

Alles in allem ist eine Tasse Tee zum Frühstück also umweltschonender als eine Tasse Kaffee. Aber es gibt dennoch etwas, was ihr machen könnt, auch als Kaffeetrinker, um die Natur zu schützen.

 

Wie könnt ihr die Umwelt schützen? Ein paar Tipps, die einfach umzusetzen sind!

  • Lose Teeblätter sind nachhaltiger als Tee im Teebeutel, genauso wie ganze Kaffeebohnen besser sind als Kaffeepulver (weniger Verpackung und Produktionsschritte)
  • Wer zudem Fairtradeware kauft, unterstützt die Bauern vorort
  • Nutzt wiederverwendbare Filter (mit einem Siebeinsatz) oder Tee-Eier um auch den Verbrauch von Tee-/Kaffeefiltern zu Hause zu senken
  • Kocht nur so viel Wasser auf, wie ihr gerade braucht, um den Energieverbrauch so niedrig zu halten wie möglich
  • Informiert euch darüber, ob euer Blatttee mehrfach aufgegossen werden kann (manchmal ist der Geschmack beim zweiten Aufguss sogar besser)
  • Kauft euch einen To Go-Becher, den ihr immer mitnehmt, das spart eine Menge Müll

 

Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen und ihr könnt die Tipps gut umsetzen! Viel Spaß beim morgendlichen Umweltschutz wünscht euch

eure Jaqueline

 

 

 

2 thoughts on “Blogparade: So schütze ich die Umwelt im Alltag: Was hat die bessere Ökobilanz, Tee oder Kaffee?”

  1. Interessant, wer so alles bei der Blogparade mitgemacht hat. Danke für die Hintergrundinfos. Neu für mich war, dass Kaffeebohnen ökologischer sind als Kaffeepulver. Ich dachte, dass die Großen Mühlen effizienter sind als die kleine Elektrische Mühle in der Kaffeemaschine. Aber das Argument mit der Verpackung leuchtet ein, vorausgesetzt man kauft den großen Sack.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar Lukas! Ja, das hat mich auch überrascht, aber wenn man die Transportwege beachtet und Produktionsschritte, dann ist weniger immer mehr.
      Liebe Grüße, Jaqueline

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