Cold Brew Tea – eiskalt aufgebrüht?

Stellt euch vor, ihr seid auf einer kleinen Insel gestrandet. Die Sonne brennt auf euren Rücken und ihr sucht erstmal einen schattigen Platz auf. Von eurem Gepäck ist nicht viel an Land gespült worden, nur ein alter Koffer. Ihr öffnet den Koffer und findet darin

eure wasserfest-verpackte Teesammlung, eine Tasse und ein großes Gefäß. Was habt ihr ein Glück! Ihr schaut euch auf der Insel um und tief im Wald findet ihr eine eiskalte Süßwasserquelle. Um der Lage Herr/Frau zu werden, braucht ihr erstmal einen guten Tee. Aber, oh nein! Ihr habt ja gar keinen Gaskocher um das Wasser für euren Wissensquell zu erhitzen. Was macht ihr also?

Euch bleiben zwei Möglichkeiten:

1) verwirrt sein, denn zufällig habt ihr genau die Zutaten und Gefäße für Cold Brew Tea

oder 2) gleich Cold Brew Tea machen!

Ihr wollt unbedingt Tee trinken und entscheidet euch für letzteres. Also wie macht man Cold Brew Tea?

Zutaten

Ihr braucht:

  • losen Tee (egal welche Sorte)
  • ein großes Gefäß
  • Wasser
  • Eiswürfel
  • ein Fach im Kühlschrank
  • Obst nach eurer Wahl

Zubereitung

Grob gesagt füllt ihr den losen Tee in das große Gefäß, im Fall oben eine Kanne, und dann gießt ihr ihn mit kaltem Wasser auf. Über Nacht (oder mindestens 8-12 Stunden) stellt ihr das Gefäß an einen kalten Ort, am besten in den Kühlschrank. Schon am nächsten Morgen könnt ihr euren ersten kalt aufgebrühten Tee genießen.

Mein Tipp: tut anstelle der Eiswürfel kurz vor dem Servieren gefrorenes Obst rein. Beeren passen fast zu jedem Tee, aber auch gefrorene Pfirsich- oder Orangenscheiben ergeben einen wunderbaren Geschmack. Lasst eurem Geschmack freien Lauf.

 

Ich habe meinen ersten Cold Brew Tea mit China Gunpowder Tee und Blaubeeren gemacht. Die leichte Säure der Blaubeeren gibt dem weichen Geschmack des Gunpowder einen kleinen Frischekick.

 

Aber was ist daran so besonders, Tee auf diese Art zuzubereiten?

Antioxidantien in kalt aufgebrühtem Tee

Das Prevention-Magazin hat sich mit verschiedenen Teesorten und deren Antioxidantiengehalt beschäftigt, wenn man sie kalt aufbrüht. Die Ergebnisse sind erstaunend: Die meisten selbstgemachten Eistees enthalten hohe Antioxidantien-Level, sogar mehr wie der sonst dafür gelobte Traubensaft. Aber auch fertige Eistees aus dem Supermarkt können da mithalten und beinhalten teils sogar genausoviel Antioxidantien wie Spinat oder Erdbeeren, was eine ganze Menge ist. Das soll aber nicht heißen, dass ihr kein Obst oder Gemüse mehr essen sollt. Im Obst und Gemüse sind Vitamine, Ballaststoffe und einiges mehr, das im Tee im (leider) Tee nicht enthalten ist. Wäre ja nur allzu schön, wenn Tee auch das noch könnte!

Wie ihr das Meiste aus eurem Tee holen könnt? Ich verrat’s euch!

Mit diesem einfachen Trick könnt noch mehr aus dem Teeblatt holen: Ihr schüttelt die Teeblätter-Wasser-Mischung eine Weile, bevor ihr sie zum Ziehen in den Kühlschrank stellt. Durch das Schütteln sollen die Zellwände der Blätter aufgebrochen werden. So werden die Flavonoide, die eure Zellen vor freien Radikalen schützen, und die Mineralien, die sich in den Zellen befinden, freigesetzt.

Heiß aufgebrühter vs kalt aufgebrühter Tee

Ihr vermutet wahrscheinlich, dass heißes Wasser dem Teeblatt mehr gute Stoffe entlockt. Dann macht euch gefasst, denn die Ergebnisse des Prevention-Magazins zeigen keinen Unterschied im Antioxidantiengehalt zwischen kalt oder warm aufgebrühtem Tee.

Allerdings haben andere Studien ergeben, dass in kalt-aufgegossenem Tee weniger Koffein drin ist als in heiß-aufgebrühtem. Das macht Cold Brew Tea etwas verträglicher für solche, die einen empfindlichen Magen haben.

Anders als beim heißen Aufguss haben die Aromen im Teeblatt beim kalten Aufguss mehr Zeit sich zu entfalten und intensiver zu werden. Sie werden nicht durch heißes Wasser aus den Zellen gezogen, sondern lösen sich auf die sanfte Art. Der Cold Brew Tea hat somit nicht nur mehr Geschmack, er hat auch einen viel weicheren Geschmack, was ihn zu etwas Besonderem macht.

 

Der beste Tee zum Cold Brew Tea machen

Egal ob euer Tee teuer oder günstig ist, mit beiden schmeckt Cold Brew Tea gut. Die Auswahl ist euch überlassen. Ich bin jedoch mindestens für einen Tee ohne Aromatisierung, da ich es liebe, gefrorene Früchte für den fruchtigen Geschmack nachher in den eiskalten Cold Brew Tee zu tun. Am liebsten sind mir ja Himbeeren, die passen sehr gut zu allen Teesorten.

 

Da ich genug Cold Brew Tea von meiner ersten Charge über hatte, probierte ich ihn auch mal mit meinen Lieblingsfrüchten, den Himbeeren. Ich kann es euch nur empfehlen.

 

Wenn ihr euch noch weiter in das Thema einlesen wollt, findet ihr bei Max von Serious Eats und Karen von Wonder How To ausführliche Informationen. Andere Rezepte haben für euch Patrick von Tea and More und Klaus von Oolong Tee Spezialisten ausprobiert und aufgeschrieben.

Verratet mir, welche Früchte ihr gern in euren Eistee tut. Wie schmeckt euch Cold Brew Tea? Schreibt es mir doch in ein Kommentar.

 

Liebe Grüße, eure Jaqueline

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.